Sport
Olympia 2026

Olympia 2026: Weshalb Eileen Gu mehr als alle anderen verdient

epa12748189 Silver medalist Ailing Eileen Gu from China reacts in the podium in the Women's Freestyle Skiing Big Air finals at the Milano Cortina 2026 Winter Olympic Games, in Livigno, Italy, 16  ...
Eileen Gu ist die finanziell erfolgreichste Athletin an Olympia,Bild: keystone

Eileen Gu: Niemand an Olympia verdient so viel wie die 22-Jährige

Bei den Winterspielen erregt nicht nur der sportliche Wettbewerb Aufmerksamkeit. Eine Athletin hebt sich im finanziellen Vergleich deutlich von ihrer Konkurrenz ab.
18.02.2026, 07:3018.02.2026, 11:41
Kim Steinke / t-online
Ein Artikel von
t-online

Im dichten Schneetreiben von Livigno hat Freestyle-Superstar Eileen Gu ihre nächste Chance auf eine dritte Goldmedaille bei Olympischen Winterspielen verpasst. Die in den Vereinigten Staaten geborene Athletin, die seit 2019 für China an den Start geht, wurde in ihrem ersten Big-Air-Contest seit vier Jahren von Megan Oldham aus Kanada abgefangen.

Sportlich gehört Gu dennoch zu den prägendsten Figuren: Obwohl ihr Gold in Mailand und Cortina bislang verwehrt wurde, gewann sie im Big Air die Silbermedaille, auch im Slopestyle gab es als Zweitbeste Edelmetall, hinter Mathilde Gremaud. Bereits bei den Winterspielen 2022 in Peking hatte Gu zweimal Gold – im Big Air und in der Halfpipe – sowie einmal Silber im Slopestyle geholt. Insgesamt kommt sie damit auf fünf olympische Medaillen.

Gu führt das Gehaltsranking der Spiele an

Obwohl andere olympische Athleten wie Norwegens Langläufer Johannes Høsflot Klæbo mit neunmal Edelmetall mehr Medaillen aufweisen können und die Eishockey-Stars der NHL Millionen-Verträge besitzen, verdient Gu mehr als alle anderen Olympiateilnehmer. Die 22-jährige Freestylerin führt das Gehaltsranking der Winterspiele an – allerdings nicht durch Preisgelder.

Laut «Forbes» belegt sie mit einem Jahresverdienst von 23,1 Millionen US-Dollar, was umgerechnet knapp 18 Millionen Franken entspricht, derzeit den vierten Rang in der Liste der weltweit reichsten Sportlerinnen. Neben ihr stehen acht Tennisspielerinnen und eine Golferin in den Top Ten.

Zum Olympia-Vergleich: US-Eishockeyspieler Auston Matthews kommt auf ein geschätztes Jahresgehalt zwischen 15 und 20 Millionen Dollar (11,5 bis 15,5 Millionen Franken). US-Skirennläuferin Lindsey Vonn verdient rund acht Millionen Dollar (6,2 Mio. Franken), ihre Landsfrau Mikaela Shiffrin etwa sieben Millionen Dollar. Was macht Gu also anders? Die einfache Antwort: zwei Dinge.

«Ich bin die meistdekorierte Freeski-Fahrerin der Geschichte»

Der grösste Teil ihrer Einnahmen stammt aus Kooperationen mit Luxusmarken wie Porsche, Louis Vuitton, Gucci und Red Bull sowie fast einem Dutzend wichtiger chinesischer Unternehmen. Im Vergleich dazu fallen die sportlichen Preisgelder gering aus: Rund 100'000 Dollar, also etwa 77'000 Franken, verdient sie direkt mit ihren Erfolgen im Freestyle-Skiing.

FILE - Eileen Gu attends the Louis Vuitton Fall/Winter 2023-2024 ready-to-wear collection presented, March 6, 2023 in Paris. (AP Photo/Christophe Ena, File)
Eileen Gu
Weiss sich zu verkaufen: Eileen Gu ist auch Model.Bild: keystone

Ihre Präsenz reicht zudem weit über den Sport hinaus. Gu arbeitet als Model, steht bei der Agentur IMG Models unter Vertrag. Sie lief über internationale Laufstege und zierte unter anderem das Titelblatt der Hong-Kong-«Vogue» sowie des «Time Magazine». In den sozialen Medien zählt sie zu den bekannten Gesichtern der Winterspiele: Mehr als 2,4 Millionen Menschen folgen ihr auf Instagram. Parallel verfolgt sie eine akademische Laufbahn an der Stanford-Universität, sie studiert Quantenphysik.

Gu startet als einzige Freestyle-Skierin in allen drei Disziplinen. Am Samstag steht der in den Medien oft bezeichneten «Schneeprinzessin» noch der letzte Start in der Halfpipe bevor. Auf eine Reporterfrage hin, ob sie in ihrem bisherigen Abschneiden eher zwei gewonnene Silbermedaillen oder zwei verlorene Goldmedaillen sehe, sagte Gu:

«Ich bin die meistdekorierte Freeski-Fahrerin der Geschichte, ich glaube, das ist eine Antwort in sich selbst.»

Fest steht: Gu ist mit fünf Medaillen tatsächlich die beste Freestylerin der Geschichte. Zur Wahrheit gehört aber auch: Die 22-Jährige zählt zu den ersten Jahrgängen, die überhaupt so viele Medaillenchancen haben. Slopestyle und Halfpipe mit Skiern sind erst seit 2014 olympisch, Big Air seit 2022.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die besten Bilder der Olympischen Spiele Mailand-Cortina 2026
1 / 87
Die besten Bilder der Olympischen Spiele Mailand-Cortina 2026

Auch die Aerials-Athleten fliegen wieder durch die Lüfte. Auf diesem Bild sieht man die Schweizerin Lina Kozomara.

quelle: keystone / anna szilagyi
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Kubakrise: Deshalb versinkt Havanna gerade im Müll
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
32 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Big_Berny
18.02.2026 07:59registriert April 2014
Gratuliere, aber der grössten Konkurrentin den Trainer wegzuschnappen so kurz vor dem Event, war wohl auch von ihr bzw. ihrem Team so geplant, um sie zu schwächen. Ziemlich daneben.
6110
Melden
Zum Kommentar
avatar
RocketGT
18.02.2026 10:08registriert Juli 2023
Ich denke, ihr (finanzieller) Erfolg kommt auch daher, dass sie eine einzigartige Kombination mitbringt. Sie kann sowohl den westlichen als auch den chinesischen Werbemarkt glaubwürdig bedienen, und genau diese Position zwischen beiden Welten hat aktuell wohl niemand sonst.
381
Melden
Zum Kommentar
avatar
Jep.
18.02.2026 09:14registriert Januar 2022
Chapeau, die hat was drauf! Quantenphysik, DAS macht sie sexy.
329
Melden
Zum Kommentar
32
RTS entfernt Video, das eine internationale Kontroverse ausgelöst hat
RTS missbilligt den Kommentar ihres Journalisten nur zurückhaltend, nachdem er während eines Sportwettkampfs bei den Olympischen Spielen in Cortina-Mailand politische Äusserungen gemacht hatte.
Der Kommentar des Sportjournalisten, der den «Genozid in Gaza» anprangerte, blieb am Montag auf dem Sender RTS nicht unbemerkt. Er kritisierte die Teilnahme des israelischen Zweierbobfahrers an den Olympischen Spielen in Cortina-Mailand, der sich «bis ins Mark als Zionist definiert».
Zur Story